Überwintern von Feigen

Überwintern von Feigen

Ausgepflanzte Feigen

Ausgepflanzt werden sollte zunächst nur im Frühjahr, damit sich die Wurzeln bis zur ersten Kälte im Spätherbst etablieren können. Nachdem Feigen einige Jahre im Freien regelmäßig bis zum Boden zurückfrieren, können diese sich dann irgendwann fangen und werden plötzlich „Winterhart“. Dies gilt nicht für Kübelpflanzen die im Freien stehen! Die Wurzeln frieren dann zu stark durch. Grundsätzlich friert fast jede Feige bei Temperaturen unter -12 Grad ein. Bei -15 Grad abwärts friert die komplette oberirdische Pflanze ab (Ausnahme sehr alte Feigen die zunächst z.B. als Topfpflanze gehalten wurden oder einfach in ihren ersten Jahren keine zu harten Winter hatten). Dabei kommt es letztlich auf viele Faktoren an.

Welches Klima und welche Regionen in Deutschland besonders für das auspflanzen geeignet sind kannst du hier nachlesen.
Ein Restrisiko bleibt immer weshalb Hochstämmen aus meiner Sicht eher als Kübelpflanzen eingeräumt werden sollten. Ein plötzlicher Frosteinbruch nach einer warmen Periode ist für jede Feige ein Problem, da sie keine Zeit hat sich auf den Frost vorzubereiten. Jede Sorte hat ihre eigenen Stärken und Schwächen. Wind vermag für eine sonst sehr Harte Sorte ein Problem sein während eine weniger harte Sorte mit kaltem Wind speziell keine Probleme hat. Vor kaltem Nordostwinden sollten Feigen jedoch grundsätzlich geschützt stehen. Extreme Südlagen können bei Spätfrösten aber auch ein Problem sein wenn die Feige zu früh „im Saft steht“ – empfehlenswert ist hier ein ‚kalken‘ des Stammes. Unterschiedliche Erfahrungsberichte zu Winterhärten müssen also kein Widerspruch sein, auch weil jeder Winter anders ist und auch Standorte nur bedingt vergleichbar sind. Selbst benachbarte Pflanzen können einen Einfluss haben z.B. weil sie im Winter den Boden entfeuchten etc. Wer sich etablierte Feigenpflanzen in Deutschland anschaut der erkennt aber bei alledem schnell Schemata. Mit recht großer Wahrscheinlichkeit steht auch die erste Feige die Sie in „freier Wildbahn“ sehen an einer Mauer.

Immer wieder taucht die Frage auf ob eine Feige im Winter zusätzlich geschützt werden sollte. Das kommt natürlich darauf an wie mutig man ist! 😉 Natürlich ist ein Winterschutz immer zu empfehlen, macht natürlich viel Arbeit 😉 In gemäßigten Winterregionen geht es womöglich auch ohne, falls nicht friert die Feige auch dort runter. Kein Winter ist wie der andere. Und auch kein Standort ist wie der andere selbst wenn die Klimazone identisch ist. Langer Rede kurzer Sinn: Eine dicke Mulchschicht ist immer ratsam, wer die komplette Pflanze schützten kann sollte auch dieses tun. Im Handel gibt es da passende Abdeckungen die die Pflanze schützen aber nicht schwitzen lassen.

Kübelfeigen / Junge Feigen im Topf

Generell gilt: Je später das Winterquartier bezogen wird desto besser. Es sollte unmittelbar während und nach dem Blattfall nur noch ganz behutsam befeuchtet werden, gerade so viel, dass der Boden nicht komplett eintrocknet. Im Normalfall ist Gießen gar nicht mehr notwendig, wenn die Pflanze nicht gerade überdacht steht. Wichtig: Abgefallene Blätter müssen beseitigt werden, denn sie tragen unter Umständen Krankheiten.. Bei längeren Frostphasen oder zu erwartenden Frostspitzen von unter -5, sollte der Kübel eingestellt werden, Jungpflanzen in kleineren Töpfen entsprechend früher. Je später eingestellt wird desto besser, damit die Pflanze nicht zu frühzeitig treibt im Frühjahr. Der Kübel darf jedenfalls nicht durchfrieren. Ich nutze dafür ein Bodenthermometer, das praktischer Weise auch die Bodenfeuchte anzeigt. Funktioniert alternativ auch -preisgünstiger- indem man den Finger in den Boden steckt und die Außentemperatur beobachtet. 3;o) Auch im Winterlager wird nur ganz leicht befeuchtet, damit der Boden nicht extrem austrocknet. Der Boden sollte nie Nass sein, nur ganz leicht feucht. Soviel zur Theorie – habe auch schon Feigen gesehen die im Keller viel zu nass gehalten wurden und dennoch überlebt haben. Als Winterlager kommen kühle Keller, Lichtschächte, Kaltgewächshäuser oder Garagen in Betracht. Übrigens ist bei Unterpflanzungen die jeweilige Mitpflanze im Kübel nach den gleichen Kriterien auszuwählen, was insbesondere dann gilt, wenn dunkel überwintert wird.

Wann geht es im Frühling wieder an die frische Luft?

Für den richtigen Zeitpunkt zum Ausräumen ist unter anderem der Winterstandort maßgeblich.

War dieser knapp über dem Gefrierpunkt und die Feigen stehen noch nicht im Saft, sollte schon frühzeitig an ein Ausräumen gedacht werden. Wenn man in der Region nicht mehr mit starken und anhalteden Frost rechnen muss, sollte die Feige ins Freie.

Viele Überwintern aber ihre Kübelpflanzen zu warm – im Treppenhaus, der Garage oder im Keller.

Die Feige sollte bei max. 5-10 °C überwintern. Mit steigenden Temperaturen beginnt die Feige oft schon im März wieder auszutreiben und benötigt deutlich mehr Licht.


Das Bild zeigt den zusammenhang zwischen Temperatur und Lichtbedarf.

Stand die Pflanze zum Überwintern in einem dunkleren Raum kommt es beim Austrieb zur „Vergeilung“ der Feige.
Neben der unschönen Optik sind diese neuen Triebe aber auch sehr instabil und empfindlich. Zu viel Sonne oder etwas Wind sind oft das Aus für die Triebe und die Feige braucht wieder ein paar Wochen zur Regenerierung. Außerdem sind die frischen Triebe extrem frostempfindlich und können schon bei Temperaturen knapp unter dem Nullpunkt erfrieren.

Hier beginnt das Dilemma – rausstellen oder im Winterquartier lassen?

Sobald die Wettervorhersage keine Frostnächte mehr vorhersagt, stelle ich meine Kübel-Feigen ins Freie – haben sie die ersten winzigen Blätter kommen sie zunächst an einen Schattigen Standort. Ist mit Temparaturen nahe am Gefrierpunkt zu rechnen, kommen die Feigen wieder rechtzeitig zurück in ihr Winterquartier.

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