Schnitt von Feigen

Schnitt von Feigen

Wie bei allen anderen Obstbäumen sollte auch eine Feige regelmäßig geschnitten werden. Dies dient zum einem der Gesundheit der Pflanze, dem Ertrag oder auch um die Pflanze in eine gewünschte Form (Erziehungsschnitt) zu bringen.
Erst nach 2-3 Jahren, wenn die Pflanze gut angewachsen ist, sollte man mit dem Schnitt beginnen. Den Schnitt führt man im Frühjahr durch, bevor die Feige mit dem Austrieb beginnt und keine längeren Fröste mehr zu erwarten sind.
Zunächst entfernt man die im Winter eventuell zurückgefrorenen Triebe. Ebenso müssen kranke Triebe und Äste ( z.B. durch Rotpustelkrankheit) bis in das gesunde Holz zurückgeschnitten werden.

1. Feigen neigen dazu zu ‚verbuschen‘ und bilden Wurzeltriebe. Ist die Feige komplett zurückgefroren sichern diese das Überleben – im Normalfall können diese aber entfernt und Stecklinge daraus gewonnen werden.
2. Überflüssige Seitentriebe können entfernt werden
3. Zu eng und parallel wachsende Äste können entfernt werden, das sie sich gegenseitig den Platz nehmen und beschatten.
4. Auch sich kreuzende oder nach innen wachsende Äste können entfernt werden
5. Dünnne, senkrechte Wasserschössling rausschneiden
6. Auch die Krone/ doppelte Spitzen können entfernt werden, um eine unnöte Beschattung zu vermeiden

Beim Schnitt von Feigen ist folgendes zu bedenken: Die erste Ernte im Jahr, die Blütenfeigen(Frühlingsfeigen) oder Brebas, wachsen auf dem alten Holz des Vorjahres. Bei einem starken Rückschnitt der Feigen wird das einjährige Holz oft entfernt und somit fällt die erste Ernte dann aus.

 

Achtung: beim Schneiden der Feigen kann an den Schnittstellen ein weißer Saft austreten. dieser enthält genau wie unreife Feigen Latex mit den eiweißspaltende Enzymen Ficin und Lipasen und Furocumarine (ähnlich der Riesen-Bärenklaue).
Besonders Furocumarine wirkt phototoxisch und kann somit in Verbindung mit Sonnenlicht Hautausschläge, Quaddeln und Juckreize hervorrufen.
Aber auch Übelkeit und Erbrechen, Unruhezustände oder Benommenheit, Atemnot oder Herz-Kreislaufprobleme bis hin zum anaphylaktischen Schock können im schlimmsten Fall auf eine Latexallergie zurückzuführen sein.

Sicherheitshalber sollte man bei diesen Arbeiten Handschuhe und geschlossene Kleidung tragen.

Weitere Informationen zur Latexallergie findet man HIER und HIER.

2 KOMMENTARE
  • Christian Röser
    Antworten

    Moin,
    unser Feigenbaum/-busch ist in diesem Jahr toll gewachsen und hatte viele leckere Früchte. Er steht aber zu dicht am Haus und wir würden ihn gern im Frühjahr umpflanzen. Was sollten wir dabei beachten?
    Tschüss
    Christian

    1. vbueschken
      Antworten

      Christian,

      das Umsetzen von größeren, älteren Bäumen ist nicht immer ganz einfach, da sie oft schon ein großes, verzweigtes Wurzelwerk gebildet haben.

      Versuche so viel wie möglich des Wurzelballens mit auszugraben. Am neuen Standort den Ballen gut einschlämmen und die Feige kräftig zurückschneiden.
      Gut möglich, dass sie im ersten Jahr garnicht tragen wird, da die Kraft für die Wurzelbildung benötigt wird.

      Viel Erfolg !

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